Lernen, DIY Messe, Beaujolais und ein paar Châteaux

Samedi – Gedanken zur Uni…

Das Unisystem in Frankreich ist viel verschulter als in Deutschland. Das heißt im Klartext, in den Übungen herrscht strikte Anwesenheitspflicht (2 mal darf man fehlen, dann wird man rausgeworfen^^), die Dozenten diktieren ihre Vorlesungen und es gibt einen Haufen Zwischenprüfungen. Nächste Woche habe ich eine Prüfung in Initiation à la culture francaise, 2 in arabisch (wobei ich in einer sicherlich unterpunkte!) und mein französisch Referat. Davor habe ich ja mit Abstand am meisten Angst! Nicht nur das es auf französisch ist, sondern alleine schon das ich vor der Klasse präsentieren muss! Jeder der mich kennt weiß wie ich zu diesem Thema stehe, ich habe also wieder einmal Angst vor dem absoluten Blackout und dem gestammel was darauf folgt… Auch wenn das Thema das ich mir augesucht habe für alle interessant sein wird. In Frankreich gibt es traditionell etwas was sich „Bizutage“ nennt (nein das wird nicht Tag ausgesprochen^^), universitäre Einführungsveranstaltungen, die immer wieder ausarten und eigentlich seid 1998 verboten sind. Im Prinzip bestehen sie aber weiterhin, der Alkoholkonsum und die öffentliche Bloßstellung geht hier anscheinend noch mal weiter als bei uns, es sind sogar schon Menschen an diesen Tagen umgekommen! Weshalb ich dieses Thema gewählt habe? ganz einfach, ich habe vor einer Woche in der Augsburger Allgemeinen online einen Artikel zur Einführungsveranstaltung der Wiwis in Augsburg gelesen. Auf dem Titelbild war eine halbentkleidete Gruppe Wiwi-Erstis mit grünen Op Hauben zu sehen. Sie befanden sich auf einer von der Fakultät organisierten Stadt Rallye. Das es bei solchen Veranstaltungen etwas feuchtfröhlicher zugeht ist doch komplett normal! Die Zeitung hat diese Geschichte nun dermaßen aufgebauscht und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit daraufgelenkt, das die Unileitung darüber nachdenkt die O-Phase in der Art nicht mehr stattfinden zu lassen. Das finde ich sehr schade für die zukünftigen Erstsemester! Wenn ich an meine O-Phase zurückdenke habe ich nur gute Errinerungen und Freunde gewonnen! Leider gibt es an unserer Uni seid einem Jahr jemanden der jedwede Studentische Initiative unmöglich macht, der steckt natürlich auch wieder dahinter! Sehr Schade!

Aber wo war ich?…. Da habe ich mich wohl etwas in eine andere Geschichte verstrickt und den Faden verloren… ach ja, also die Hälfte des Tages habe ich lernend an meinem Schreibtisch verbracht, dann war ich ein paar Stunde auf dem „Salon du faire sois même“ – einer DIY Messe.


Dimanche – Das kleine Dorf Theizé, Château de Rapetour und der Beaujolais20141019_083802

Durch das morgendliche, gerade erwachete Lyon fahre ich mit der Tram zum Place Bellecour, wo der Bus von „Lyon International“ auf mich wartet. Es sind nur wenige Menschen auf der Straße, da heute Sonntag ist, haben sich nur ein paar Touristen auf den großennoch schattigen Paradeplatz in Lyon gewagt. Da der Verein Lyon International der sich zum Großteil aus pensionierten Akademikern zusammensetzt diese Fahrt nach Theizé, in die Weinberge des Beaujolais organisiert hat ist diese sehr durchorganisiert, im Bus bekommen wir erst einmal das Programm, in welchem der Tag minutiös eingeteilt wurde. Zuerst bekommen wir eine Privatführung durch das Château de Rapetour welches sich unterhalb des kleinen Dorfes Theizé befindet. Das Château ist eigentlich, so erklärt es unser Führerer eine Maison Fort (befestigtes Haus) welche Anfang des 13. Jahrundert von einem Ritter, Guillaume Viego, erbaut wurde. Das Untergeschoss, das ehemalig ein spärlich eingerichteter Gesinde Raum war, jetzt allerdings im Stil Louis XIV eingerichtet ist, empfängt uns mit einem wunderbar rauchigen Aroma. Unser Guide hat extra für uns ein Feuer im Kamin angezündet, – nicht das wir dieses bei den Temperaturen benötigt hätten, aber zur At20141019_114856hmosphäre hat es sehr beigetragen! Da ich den Namen unseres Guides vergessen habe, nenne ich ihn einfach mal Pierre, um die ganze Sache nicht so unpersönlich klingen zu lassen. Pierre ist ein patriotischer Franzose der Stolz auf sein Heimatland ist, 20141019_103747vielmehr noch auf Lyon seine Heimatstadt, die er in höchsten Tönen anpreist. Im Laufe der Führung durch ,wie man meinen könnte, sein Schloss erzählt er uns viele über die Geschichte des Gebäudes, aber auch über die Eigenheiten der Menschen vergangener Zeit. So erzählt er uns, von den Anfängen der  Schaffensfreude der Menschen für immer ausgefeiltere Möbelstücke, die alle jeweils einem Zweck dienen. Ob Eisschränke, Teetische, Esstische, Gebäcktische, Weinanrichten, Dametische oder extra Tische zum Pokerspielen (welches natürlich in Frankreich erfunden wurde) auf denen eine extra Lampe für perfekte lichtverhältnisse sorgt,  alles zeigt er uns mit Stolzgeschwellter Brust! Vor allem deswegen hat mir die Führung sehr gut gefallen, hier wa ein Mann, der nicht nur seinen Job macht sondern seine Rolle lebt! Er ist der Schlossherr!

Nachdem Pierre uns alle jeweils persönlich verabschiedet hat, steigen wir den Hügel hinauf um zum Dorf Theizé und zu unserer Weinverkostung zu gelangen.  Obwohl diese etwas enttäuschend war, vielleicht waren unsere Erwartungen auch einfach zu hoch, war der Wein selbst doch sehr lecker, wenn auch etwas stark für 12 uhr mittags! Da wir langsam Hunger bekommen, fangen wir an etwas zu essen. Eine der Veranstalterinnen weißt uns aber darauf hin, das wir jetzt noch nicht essen sollen, da das Picknick erst später sei! Genau das meinte ich mit zu sehr organisiert^^ Also Essen wieder eingepackt.


20141019_103335(0)20141019_103248 Kopie   20141019_104547 Kopie20141019_105022 Kopie


20141019_153106Nach der Verkostung und dem abgebrochenen Essen, wandern wir zu unserem eigentlichen Picknick Punkt. Der Weg auf den Hügel ist doch ziemlich steil und mehrmals kommt mir der Gedanke, das ich doch lieber Turnschuhe angezogen hätte, hoffentlich geht das gut mit meinem Fuß… Endlich oben angekommen, etwas verschwitzt, verdammt das ist dich ganz schön warm heute, dürfen wir endlich etwas essen. Zugegeben, der Ausblick ist wunderschön von hier oben. Nachdem die Organisation noch etwas Werbung für sich und ihre Sponsoren gemacht hat geht es wieder runter, in das Dorf Theizé um das zweite Schloss, das Château de Rochebonne zu besichtigen. 20141019_153857 Kopie

Da dieses aber nicht sonderlich eindruckvoll war, etwas zu modern restauriert und wir allgemein Müde waren, gibt es davon keine Fotos und auch keine Geschichtsinfos, sorry…

Den Abend habe ich dann noch mit Lernen für meine Klausur in „Initiation à la culture francaise“ verbracht.

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